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Veränderte Welt

Hattet ihr auch schon mal den Eindruck, dass sich unsere Welt verändert hat? Nicht nur bei uns in Mitteleuropa, sondern global. Die vielen Stürme in den letzten Jahren, die sich in ihrer Stärke immer wieder überboten, die Hitzewellen, die immer neue Temperaturrekorde hervorriefen und neue oder frühere, bereits ausgelöscht geglaubte Krankheiten, die aus dem Nichts auftauchten. Hattet ihr euch auch schon mal gefragt, woher das alles kommt? Ist es möglich, dass wir Menschen daran schuld sind? Oder denkt ihr, wie viele andere auch, dass die Erde viel zu gross sei, als dass wir Menschen das Ökosystem dieses Planeten spürbar beeinflussen könnten? Diese Annahme mag in der Vergangenheit zugetroffen haben, aber sie stimmt nicht mehr. Wir sind so zahlreich geworden und verfügen über derart leistungsfähige Technologien, dass wir heute einen erheblichen Einfluss auf weite Bereiche unserer Umwelt haben. Der verwundbarste Teilbereich des Ökosystems der Erde ist die Atmosphäre. Sie ist deshalb so verwundbar, weil sie so dünn ist.

Die Erdatmosphäre ist sogar so dünn, dass wir dramatische Veränderungen in der Konzentration einiger ihrer molekularen Grundbausteine verursachen können. Insbesondere haben wir den Anteil von CO2 drastisch erhöht, des wichtigsten Treibhausgases.

Seit über 40 Jahren erforschen Wissenschaftler das Klima eingehender als je zuvor. In den sechziger Jahren hatte Roger Revelle als Erster die Idee, den CO2-Gehalt der Atmosphäre zu messen. In den fünfziger Jahren stellte Revelle, wissenschaftlich ausgedrückt, eine Hypothese auf, die im Nachhinein wie eine prophetische Einsicht erscheint. Er sah voraus, dass der globale wirtschaftliche Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg, der durch die Bevölkerungsexplosion angetrieben und vor allem durch die Verbrennung von Kohle und Öl in Gang gehalten wurde, einen noch nie da gewesenen, gefährlichen Anstieg des CO2-Gehaltes der Erdatmosphäre zur Folge haben würde. Deshalb plante er eine völlig neuartige wissenschaftliche Versuchsreihe: An möglichst vielen Orten sollte viele Jahre lang hoch oben in der Atmosphäre täglich die CO2-Konzentration gemessen werden.

Revelle sicherte sich die Finanzierung, indem er geschickt das Internationale Jahr der Geophysik 1957/58 nutzte, und beauftragte einen Nachwuchswissenschaftler namens Charles David Keeling. Ihre wichtigste Forschungsstation richteten sie auf dem Gipfel des Mauna Loa ein, des höchsten Vulkans auf der Hauptinsel von Hawaii. Sie wählten diesen Ort mitten im Pazifik, weil die Ergebnisse dort nicht von Industrieemissionen verfälscht wurden. Ein Jahr später liessen sie täglich Wetterballons aufsteigen und nahmen Luftproben, deren CO2-Gehalt sie präzise analysierten. Bald konnten sie einen eindeutigen Trend feststellen.

Revelle war ausserdem sehr besorgt, weil nicht nur der CO2-Anteil in der Atmosphäre zunahm, sondern auch die Weltmeere deutlich mehr CO2 absorbierten. Er sah damals schon voraus, dass ein erheblicher Anteil des zusätzlichen Kohlendioxids aus der Verbrennung fossiler Energieträger die Meere belasten werde.

Erst in jüngster Zeit haben neue, aussagekräftige Studien bestätigt, dass auch diese Befürchtung Revelles gerechtfertigt war. Der Säuregehalt der Weltmeere nimmt zu, weil sie riesige Mengen von CO2 aufnehmen. Dadurch entsteht Kohlensäure, die den pH-Wert der Meere verändert, zunächst im kalten Wasser an den Polen.


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