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Seit Jahren führen Wissenschaftler an verschiedenen Orten auf der Erde Eiskernbohrungen durch und können dadurch Rückschlüsse über den CO2-Gehalt der Atmosphäre und die globalen Temperaturen in der Vergangenheit ziehen. Dabei werden die winzigen Luftbläschen analysiert, die im Eis eingeschlossen sind, und sie werden dem Jahr zugeordnet, in dem der Schnee gefallen ist. So kann festgestellt werden, wie sich in der Vergangenheit von Jahr zu Jahr die CO2-Konzentration in der Atmosphäre verändert hat. Da das Verhältnis der Sauerstoff-Isotope (16O und 18O) ein raffiniertes und aussergewöhnlich zuverlässiges Thermometer darstellt, können sie ausserdem für jedes Jahr die genaue Temperatur der Erdatmosphäre bestimmen.
So wie ein erfahrener Förster in den Jahresringen von Bäumen „lesen“ kann, können diese Wissenschaftler die Zeit zurückverfolgen, denn in diesem einzigartigen gefrorenen Archiv ist jedes Jahr vom vorangegangenen durch eine deutlich erkennbare Demarkationslinie getrennt.
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In der Antarktis kann man die Temperaturen und die CO2-Konzentration 650‘000 Jahre zurückverfolgen.
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Die blaue Kurve gibt die CO2-Konzentration für diesen Zeitraum an. Das rechte Ende markiert die Gegenwart. Wenn man nach links geht, kann man am ersten Tal die letzte Eiszeit ablesen, noch weiter links die vorletzte Eiszeit, dann die drittletzte usw. Dazwischen die entsprechenden Warmzeiten.
In den 650‘000 Jahren vor der industriellen Revolution betrug die CO2-Konzentration zu keinem Zeitpunkt mehr als 300 ppm (parts per million).
Die graue Kurve zeigt für denselben Zeitraum die Erdtemperatur an. Der Zusammenhang ist klar: Wenn die Atmosphäre mehr CO2 enthält, steigt die Temperatur, weil mehr Sonnenenergie absorbiert wird.
Dieses Diagramm ist nicht umstritten. Kein Mensch zweifelt auch nur an einer einzigen Zahl.
Wenn es überhaupt unterschiedliche Ansichten hierzu gibt, dann ist das nur der Fall, weil verantwortungslose Leute in der Kohle- und Ölindustrie und bei den Stromversorgern sagen: „Na und? Wo ist das Problem?“
Aber wenn wir das akzeptieren würden, wäre das unverzeihlich und zutiefst unmoralisch. Es würde den Handlungsspielraum künftiger Generationen dramatisch einschränken.