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Stürme

Wissenschaftliche Studien bestätigen: Wenn die Oberflächentemperatur der Meere steigt, dann verdunstet mehr Wasser und es kommt zu stärkeren Hurrikans.

Uneinig sind sich die Forscher darüber, ob es einen Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und der jährlichen Anzahl von Hurrikans gibt. Ein natürlicher Zyklus hat nämlich über Jahrzehnte hinweg einen grossen Einfluss auf die Häufigkeit von Hurrikans. Es besteht jedoch ein breiter Konsens darüber, dass die signifikante Zunahme der Dauer und Intensität von Hurrikans eindeutig auf die Erderwärmung zurückzuführen ist.

Aufgrund aktueller Forschungsergebnisse gehen einige Wissenschaftler sogar davon aus, dass es jenseits der langfristigen natürlichen Schwankungen, die seit langem bekannt sind, durch den Klimawandel häufiger zu Hurrikans kommt.

Im Jahre 2004 wurden die Vereinigten Staaten von zahlreichen grossen Hurrikans getroffen. Weniger präsent in der Berichterstattung westlicher Medien war die Lage in Japan.

Japan stellte im gleichen Jahr einen neuen Rekord von Taifunen auf. Zuvor lag der Rekord bei 7 pro Jahr. 2004 wurde Japan von 10 Taifunen heimgesucht. Taifune, Hurrikans und Zyklone sind Bezeichnungen für ein- und dasselbe Wetterphänomen in unterschiedlichen Ozeanen. Im Frühjahr 2006 gab es in Australien mehrere ungewöhnlich starke Zyklone der Kategorie 5. Der Zyklon Monica vor der australischen Küste war der stärkste Zyklon, der je gemessen wurde – stärker als die Hurrikans Katrina, Rita und Wilma.

Der Taifun Namtheun vor der japanischen Küste, Juli 2004

Im Jahre 2004 mussten die wissenschaftlichen Lehrbücher umgeschrieben werden. Bis dahin war in ihnen zu lesen, im Südatlantik gebe es keine Hurrikans. 2004 wurde zum ersten Mal Brasilien von einem Hurrikan heimgesucht.

Hurrikan Catarina, Brasilien, März 2004

Im gleichen Jahr wurde in den Vereinigten Staaten der Rekord für Tornados gebrochen.

Dem Sommer 2004 dicht auf den Fersen folgte der Sommer 2005, der alle Rekorde brach. Gleich zu Beginn der Hurrikan-Saison wurden die Karibik und der Golf von Mexico von mehreren Wirbelstürmen heimgesucht, u.a. Dennis und Emily, die enorme Schäden verursachten.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass es einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und der immer grösseren Zerstörungskraft von Hurrikans gibt. Der Konsens beruht in erster Linie auf Studien, die eine signifikante Zunahme von Hurrikans der Kategorie 4 und 5 nachgewiesen haben.

Eine dieser Studien sagt voraus, dass sich die durchschnittliche Stärke von Hurrikans auf der gängigen Skala von 1 bis 5 durch die Klimaerwärmung um einen halben Punkt erhöhen wird.

Die Wetter- und Ozeanbehörde der Vereinigten Staaten (NOAA) hat in der unten abgebildeten Grafik die wichtigsten Forschungsergebnisse zusammengefasst.

Wenn die Wassertemperaturen steigen, erhöhen sich auch die Windgeschwindigkeiten und die Menge der von Stürmen transportierten Feuchtigkeit.

Am 31. Juli 2005, nur einen Monat bevor der Hurrikan Katrina die Vereinigten Staaten traf, erschien eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT), die den wissenschaftlichen Konsens unterstütze, dass im Zuge der Erderwärmung Hurrikans stärker und zerstörerischer werden.

„Die grossen Stürme, die sich seit den siebziger Jahren über dem Atlantik und Pazifik bilden, haben an Dauer und Intensität um 50 Prozent zugenommen“ (MIT-Studie, 2005).

Und dann kam Katrina. Als der Hurrikan auf seinem Weg zum Golf von Mexico am Morgen des 26. August 2005 die Küste Floridas erreichte, war er zwar nur ein Sturm der Kategorie 1, dennoch forderte er ein Dutzend Menschenleben und verursachte Milliardenschäden.

Dann zog er über die ungewöhnlich warmen Gewässer des Golfs von Mexico. Als er auf New Orleans traf, hatte sich Katrina zu einem gewaltigen Sturm der Kategorie 5 mit unvorstellbarer Zerstörungskraft entwickelt.

Die Folgen waren verheerend. Worte reichen nicht aus, um sie zu beschreiben.

Zeitversetzte Satellitenaufnahmen des Hurrikans Katrina über dem Süden der Vereinigten Staaten, September 2005

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