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Je wärmer das Wasser und je höher die Luftfeuchtigkeit sind, umso höher ist der Wassergehalt von Stürmen. Kommt es unter Sturmbedingungen zu Niederschlägen, treten diese verstärkt in Form zeitlich und örtlich konzentrierter Regen- oder Schneefälle auf. Auch deshalb hat die Zahl grosser Überschwemmungen im Laufe der letzten Jahrzehnte auf allen Kontinenten stark zugenommen.
In vielen Regionen der Welt hat sich im Zuge des Klimawandels der Anteil der jährlichen Niederschläge erhöht, die als Regen und nicht als Schnee niedergehen, und damit häufiger zu Überschwemmungen im Frühjahr und im Frühsommer geführt.
Wie Nordamerika wurde auch Europa 2005 von ungewöhnlich vielen Naturkatastrophen heimgesucht.
Während die Vereinigten Staaten 2005 von einer Rekordzahl an grossen Wirbelstürmen getroffen wurden, litt Europa unter zahlreichen verheerenden Überschwemmungen. In einer Meldung vom 26. August brachte die Presseagentur United Press International die Gefühle vieler Europäer so auf den Punkt: „In Europa dreht die Natur durch.“
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Auch in Asien sind Zahl und Ausmass von Flutkatastrophen drastisch gestiegen. Im Juli 2005 fielen in Mumbai binnen 24 Stunden 940 mm Regen pro Quadratmeter, mehr als jemals seit Beginn der Aufzeichnungen an einem Tag auf eine indische Stadt niedergegangen sind. In der Stadt stand das Wasser bis zwei Meter hoch. In ganz Westindien starben an diesem Tag 1000 Menschen in den Fluten.
Auch China, das als eine der ältesten Zivilisationen der Erde über die am weitesten zurückreichenden Aufzeichnungen über Überschwemmungen verfügt, verzeichnet eine Rekordzahl.
So wurden in jüngster Vergangenheit die Provinzen Sichuan und Shandong von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht. Paradoxerweise jedoch löst die Klimaerwärmung nicht nur mehr und stärkere Überschwemmungen aus, sondern auch mehr Dürren. Während Shandong in den Wassermassen versank, litt die Nachbarprovinz Anhui unter einer anhaltenden Dürre.
Eine der Gründe für diesen scheinbaren Widerspruch ist darin zu sehen, dass mit der Erderwärmung weltweit nicht nur die Niederschlagsmengen zunehmen, sondern sich auch die räumliche Verteilung der Niederschläge verändert.
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Unbeschreibliche Tragödien haben sich in dem Teil Afrikas zugetragen, zu dem auch die östlich vom Tschadsee gelegene und von Völkermord und brutaler Vertreibung heimgesuchte sudanesischen Region Darfur gehört.
Im Niger, westlich des Tschadsees, hat die Dürrekatastrophe, von der die gesamte Region betroffen ist, zu einer Hungersnot geführt, unter der viele Millionen Menschen leiden.
Die Hungersnot im Niger und der Genozid in Darfur haben viele und komplexe Ursachen, doch kaum erwähnt wird die Rolle, die das dramatische Schrumpfen des Tschadsees in den letzten 40 Jahren – einst der sechstgrösste See der Erde – dabei spielt.
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| Tschadsee, Afrika | |
Höhere Temperaturen, und das ist ein zweiter Grund für den paradoxen Effekt der Klimaerwärmung, bewirken zwar eine Zunahme der Verdunstung aus den Ozeanen, bis die wärmere Atmosphäre mit Feuchtigkeit gesättigt ist, entziehen aber gleichzeitig dem Boden Feuchtigkeit.
Auch aus diesem Grund hat die Wüstenbildung in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen.
Dir Grafik zeigt, wie sich die Wüstenbildung in den letzten Jahrzehnten und insbesondere in den neunziger Jahren beschleunigt hat.
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